Handyortung bei Apple, Google oder Nokia Posted on Mai 14th, 2011

Nun also doch, Apple speichert mit seinem iPhone oder iPad Daten der Benutzer. Aber nicht nur Apple sondern auch bei Google oder Nokia gibt es eine permanente Handyortung seiner Nutzer. Beim Auslesen des Quelltextes und der Protokolldateien des Betriebssystems von Google, dem Android, fanden sich zwei Standortdatenbanken. Die eine Datenbank speichert die Angaben zu dem Standort anhand der Mobilfunkmasten, die andere speichert auf Basis der W-Lan Netze. Die Koordinaten werden sekundengenau mit einer sich täglich ändernden Identifizierungsnummer erfasst.
Apple geht sogar noch weiter, Handy orten auf die automatisierte Weise mit dem iOS4. Sind die Datenmengen die in der Datenbank gespeichert werden beim Google Betriebssystem noch begrenzt, so ist es beim iPhone von Apple unbegrenzt. Versuche beim Android in der Version 2.2 ergaben eine Speicherung bis 50 Daten bei den Werten der Mobilfunkmasten, und bis zu 200 bei denen der W-Lan Netze.  Bei darüber hinausgehenden Standortdaten werden die alten überschrieben. Unbegrenzte Mengen an Koordinaten sind beim iPhone möglich. Der Unterschied erklärt sich in der Art der Speicherung. Bei Google werden die Standortdaten in einem Zwischenspeicher abgelegt, bei Apple hingegen werden sie protokolliert.

Handy-Ortung

Google weist bei der ersten Einrichtung die Nutzer auf die Erfassung der Standortdaten hin, bei Apple wurde eine Änderung der Datenschutzbestimmungen in einem Textabschnitt vorgenommen. Die Zustimmung der Speicherung der Standortdaten lässt sich beim Android System abschalten. Im Menü „Ort“ unter der Funktion „Wireless“ kann die Standorterfassung abgeschaltet werden. Ähnlich ist es auch bei den Nokia Smartphones mit Symbian, nur beim iPhone von Apple mit iOS4 verhält es sich anders. Es gibt derzeit keine bekannte Möglichkeit die Speicherung der Daten zu stoppen. Zwar lassen sich die Ortungsdienste auch komplett abschalten, doch hindert das nicht die weitere Speicherung der Daten sodass eine permanente Handyortung stattfindet. Heikel darin ist die Tatsache, dass Apple in der Änderung der Schutzbestimmungen sich das Recht nimmt Daten zu erheben, zu nutzen und weiterzugeben. Anhand der von iPhone gespeicherten Daten können komplette Ortungsprofile erstellt werden. Auch die problemlose unverschlüsselte Übertragung der Daten vom iPhone auf einen Computer für weitergehende Bearbeitungen, hinterlassen einen faden Beigeschmack.
Richtig bekannt wurde die Datenerfassung bei den iPhone durch ein App. Mit dem „iPhoneTracker“ lassen sich die Standortdaten auslesen und in Form einer Landkarte darstellen. So wurde nicht nur Datenschützer auf den Plan gerufen, sondern Millionen von iPhone Besitzern klar vor Augen geführt wie „gläsern“ wir doch sind. Es ist anzunehmen, dass Datenschützer in aller Welt gegen diese Art des Ausspionierens  Klagen einreichen werden. Apple sollte nach Möglichkeiten suchen diesem rechtzeitig entgegen zu wirken, da speziell im europäischen Raum die Datenschutzbeauftragten sehr empfindlich auf den laxen Umgang mit personenbezogenen Daten reagieren.
Apple spricht von Programmierfehlern, und will diese mit kostenlosen Updates beheben. So soll es keine unbegrenzte Speicherung mehr geben, sondern nur noch über einen Zeitraum von 7 Tagen. An der nichtabschaltbaren Standort Protokollierung wird noch gearbeitet. Überraschend kam noch die Aussage von Apple, dass sie anonymisierte Verkehrsdaten für eine Datenbank zu Verkehrsflüssen zu sammelt. Warten wir was die nächsten Wochen ergeben, und ob noch weitergehende Details bekannt werden.

Mit dem kostenlos zur Verfügung stehenden Update 4.3.3 will Apple die Größe der Datei in der die Ortsdaten gespeichert werden reduzieren. Ebenso den Zeitraum auf 7 Tage begrenzen. Zusätzlich soll mit dem Update eine Synchronisation beim Übertragen auf den PC unterbunden werden.